Annas Geschichte

Annas Geschichte
Anna wächst in einer "ganz normalen" Familie auf, als „“““!?Einzelkind?!““““““. Nach außen hin, den der Schein trügt. Die Mutter leidet unter dem Münchhausen-Syndrom. Sie geht mit dem Kind nicht zum Arzt wenn sie krank ist. Denn sie ist der Meinung, dass sie sie selber heilen kann. Sie verabreicht ihr schon von klein auf Beruhigungs- und Schlaftabletten um ihr Kind ruhig zu stellen.
Mit anderen Menschen hat die Mutter auch einen schlechten Draht. Denn sie kann angeblich Gedanken lesen. So würde sie erfahren, dass ihre Mitmenschen schlecht über sie reden. Deswegen zieht sie Jahre später auch weg.
Im Familienkreis ist es leider auch nicht besser. Man trifft sich an Weihnachte, Geburtstagen und sonstigen Feiertagen. Die Mutter sitzt immer abseits. Die Familie sitzt bei einem Glas Wein zusammen lachen und sie sind fröhlich. Auf dem Nachhauseweg geht die Keiferei dann los. Alle sind schlecht und Alkoholiker. Der Vater ist ruhig, weil er weiß, dass es dann nur noch schlimmer wird.
Die Mutter verlangt von Anna absolute Hingabe. Was sie sagt ist Gesetz. Die Mutter entscheidet mit wem Anna spielen darf. Sind die Mütter der anderen Kinder nicht auf ihrem „Niveau“, darf sie auch nicht mehr mit ihnen spielen. Die Mutter gibt dem Kind vor was es in der Schule zu den Lehren sagen soll. Wie sie sich verhalten muss. Anna versucht es und scheitert. Es gibt eine Tracht Prügel der Mitschüler dafür.

Sex ist der Mutter das absolute Gräuel. Anna ist noch sehr klein und muss sich schon anhören wie schmutzig und krank die Körpersäfte der Männer sind. Sie wollen nur das eine. Sie erzählt ihr voller Ekel das sie abends für ihren Mann wieder herhalten musste. Aber als Frau muss man das machen sonst werden die Männer aggressiv, sagt sie. Überhaupt sind alle Frauen die sie kennt: Nachbarinnen, Tanten, Cousinen, Schwestern…. Schlampen, Huren, Nutten….. Die machen nur die Beine breit damit sie das bekommen was sie erreichen wollen. Die Mutter verlangt von Anna sich auf die Couch zu legen. Das Höschen musste sie ausziehen und die Beine breit machen. Die Mutter wollte die Würmer mit einer Pinzette weg machen. Anna fand es schrecklich und peinlich. Sie weinte dann jedes Mal.

Mit vierzehn wollte sich Anna das erste Mal das Leben nehmen. Sie schluckte Tabletten. Man fand sie fast leblos in ihrem Zimmer. Die Ärzte vollbrachten ganze Leistung und holten sie in das Leben zurück. Die Mutter sagte nur: Sage das nur keinem Menschen das du das gemacht hast. Das ist so peinlich wenn die Nachbarn das erfahren. Anna durfte nie darüber reden. Die Mutter hatte sie nie nach dem WARUM gefragt.

Als Anna ihren ersten Freund hatte und mit ihm zum Einkaufsbummel verabredet war musste sie der Mutter etwas mitbringen. Sie drückte ihr Geld in die Hand und wollte eine Porno Videokassette. Anna kaufte sie weil sie wusste dass es sonst ärger gibt. Die Mutter wartete bis der Vater zur Abendschicht fuhr und legte die Pornokassette ein. Anna musste mit ihrem Freund und der Mutter den Film anschauen. Sie ekelte und schämte sich unendlich. Der Freund fand das lustig.

Wenn die Umwelt nicht tat was die Mutter verlangte. Wenn sie ihren Kopf nicht durchsetzen konnte. Bekam sie einen Anfall und Atemnot. Sie legte sich ins Bett und erzählte Anna dass sie sterben wird. Anna konnte nicht mehr klar denken. Sie hatte panische Angst. Der Arzt wurde zur Mutter gerufen und Anna blieb für den Rest des Tages im Zimmer alleine. Die Mutter hatte wieder was sie wollte denn alle kuschten nach ihrer Pfeife.

Karneval kannte das Mädchen nur durch die Nachbarn. Beim Rosenmontagsumzug durfte sie mit ihnen zum Umzug. Die Mutter lag im Bett um ihren Rausch auszuschlafen. Anna musste sich für den Rest des Tages selber verpflegen. Sie wusste wie man ein Giggele (Hähnchen) in den Backofen schiebt und wann es fertig ist. Jahre später hatte die Mutter den Alkohol verflucht. Alle waren Alkoholiker und sie war die Göttin der Abstinenz. Anna musste früh morgens im Dunkeln zur Schule. Nach dem Aufstehen fragte die Mutter in der halbdunkeln Küche: Willste was essen oder willste nur was trinken. Nein? Dann gehe ich wieder in mein Bett. Tschüss!!! Auf dem langen Schulweg stand nur ein altes großes Mehrfamilienhaus. Eines Morgens fuhr ein Auto ganz langsam an ihr vorbei. Der Mann darin schaute sie an. Nach einigen Metern wendete das Auto und kam langsam zurück. Anna rannte wie der Teufel zu dem alten Haus und ging hinein. Draußen hörte sie das Auto näher kommen und es hielt vor der Türe. Sie ging leise den Keller runter und versteckte sich. Die Zeit schien endlos. Nach einer gefühlten Ewigkeit schlich sie durch die Büsche nach Hause. Ab jetzt brachte der Nachbar Herr Schmidt seine Tochter Sonja und Anna zur Schule. Das fand Anna klasse. Sie wurde jeden Morgen mit einem freundlichen „Guten Morgen Anna“ begrüßt. Es roch nach frischem Toast und aufgebrühtem Kaffee. Das Radio war eingeschaltet. Die Kinder lachten und man saß am gemeinsamen Tisch. Anna durfte mitessen. Es war herrlich. Der Papa von Sonja nannte seine Frau immer Mäuschen. Anna dachte: Wenn ich groß bin werde ich meinen Kindern auch morgens Frühstück machen und wir sitzen zusammen am Tisch. Ich möchte auch mal einen Mann haben der mich Mäuschen nennt.

Anna hatte ihr Elternhaus früh verlassen. Nach dem Hauptschulabschluss machte sie eine Lehre. Die Mutter versuchte sich weiterhin einzumischen. Anna trennte das Familienband und ist heute glücklich. Sie lernte vor vielen Jahren ihren Partner kenne. Er nannte sie Maus und sie wusste dass es ihr Traummann ist.

Ich will wissen wie es heute in ihrem Herzen aussieht. Ihre Gefühle der Mutter gegenüber. Sie sagt dass sie ihrer Mutter gegenüber gar keine Gefühle aufbringen kann, weder gute noch böse. Sie hat ihr verziehen was sie ihr im Leben angetan hat. Nur so kann man den Hass aus seinem Herzen bekommen. Man muss verzeihen können. Sie hat heute ihr glückliches Leben. Sie ist selber Mama, hat Enkelkinder und ist mit sich im Reinen. Sie möchte ihre Mutter nie mehr im Leben sehen. Durch Bekannte hatte sie erfahren dass sich diese alte Frau bis heute nicht geändert hat. Sie manipuliert Menschen, ist voller Hass und Neid. Zieht mit Gott und der Welt vor Gericht. Anna hat Mitleid mit so einem bösen hasserfüllten Menschen.

Anna gibt ihre Liebe und Geborgenheit weiter. Sie ist glücklich.
Es stimmt nicht wenn die Leute sagen das der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Ich erzähle dann immer Annas Geschichte. Sie hat aus den Fehlern der Mutter gelernt. Sie macht es anders. Man hat sein Leben selber in der Hand. Man muss auch bereit sein sich von schlechten Menschen zu trennen. Blut ist nicht dicker als Wasser