Spendenmarathon 2014

"Unser" Spendenmarathon

Mittwochmorgen der 5, November 2014 ich sitze mit Willi am Frühstückstisch und schlage die Zeitung Super Mittwoch auf.
Mensch es gibt noch einen Verein der so heißt wie wir. Das Internet Radio macht da eine Sammelaktion für obdachlose Menschen. Tolle Sache, ich freue mich das es solche Aktionen gibt.
Es kann alles zum Bahnhof gebracht werden am kommenden Samstag 8 November von 16 bis 22 Uhr. Ich finde es etwas seltsam, dass man auch Hausrat und Küchenutensilien abgeben kann. Aber die Leute werden sich ja was dabei gedacht haben. Am Ende des Berichtes lese ich Uschi Hartmann. Mir stockt der Atem. Das ist eine Spendenaktion von der wir gar nichts wissen. Wir hatten zu der Zeit noch gar kein Lager. Von unseren Mitgliedern wusste da keiner etwas davon
Ich rufe bei der Zeitung an. Die haben sich auch sehr gewundert dass ich nichts davon wusste. Denn da hatte sich der Organisator als eines unseres Mitgliedes ausgegeben.
Irgendwann hatte ich den Übeltäter der uns das alles einbrockte. Ich fragte ihn wo er die Spenden: Hausrat und Küchenutensilien unterbringen möchte.

Da der Verein und mein Name nun mal in der ganzen Misere mit hinein gezogen wurden mussten wir schauen wie man da wieder raus kommt.
Kurze Lagerbesprechung. Jedes Mitglied sollte/musste sämtliche Familienmitglieder für den kommenden Samstag mobilisieren. Wir räumten unseren Keller und die Garage aus. Ich informierte viele Bekannte, von denen ich wusste, dass sie jeden Sonntag auf den Flohmärkten ihre Sachen verkaufen. Sie müssen davon leben. Wir konnten die Räumlichkeiten am Bahnhof bis Montag nutzen um die "Spenden" wenigsten zwei Tage lagern zu können. Dort war man auch ganz überrascht, dass ich/wir nichts davon wussten.

Nach drei schlaflosen Nächten war es dann soweit. 16 Uhr, die ersten Spender kamen an. Es wurden von Minute zu Minute sehr viel mehr. Draußen bildete sich eine Autoschlange. Übach Palenberg stand im Stau. Was für ein Alptraum. Wir haben extra Leute an den Eingang gestellt die die ganz großen Spenden wieder weg geschickt haben. Schränke, Fernseher, Tische, Stühle............... Auch mit dem Hausrat war es so wie ich es vermutete. Kistenweise Deko, Lampen....... Es kam ein gigantischer Berg zusammen. Irgendwann wurde es endlich 22 Uhr. Das THW fuhr uns mit zwei Lastwagen alles nach Hause. Die Flohmarktleute haben ihre Autos beladen.
Wir waren alle die halbe Nacht damit beschäftigt meine Kellerräume und die Garage voll zu packen.

Wir brauchten eine ganze Woche zum Verteilen. Wir haben viele Leute kennengelernt die uns ganz spontan unterstützten. Alles hat seine guten Seiten.
Diese ganze Aktion hat uns viele neue Freunde gebracht. Es sind viele bei uns geblieben.
Letztendlich hat man es ja nur gut gemeint. Man wollte uns nur helfen.

Weihnachten 2014 werden wir nie vergessen. Nach "unserem" Spendenmarathon kam nämlich einen Monat später der nächste Klopper. Aber davon werde ich noch schreiben.