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Amsterdam Teil I

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Nathalie hatte für diese Woche eine tolle Planung. Sie wollte mit mir nach Amsterdam fahren. Eine tolle Idee. Ich hatte einen Vorteil: Auf die Bahnkarte bekam ich 60% Rabatt, da Nathalie den Schülerausweis hat und ich ihre Begleitung war.
Wir sind auch schon ganz früh los gezogen. Mit unserem Sparprogramm war dann wohl nichts. Mit dem Bus musste ich schon mehr bezahlen, da ich keine Strippenkarte hatte. Besser gesagt, die lag bei Nathalies Freund Ron zu Hause, der sie sich ausgeliehen hatte. Es kam noch ein Nachtzuschlag hinzu. In Heerlen ging es mit der Bahn weiter. Am Schalter gab es die zweite Überraschung. Wir waren zu früh dran. Das heißt: Wir mussten den vollen Betrag bezahlen. Aber wir hatten gute Laune und freuten uns auf Amsterdam.
Nach 2,5 Stunden kamen wir auch endlich an. Zuerst wollten wir zum Anne Frank Haus. Ich war überzeugt, das schaffen wir mit einer Straßenkarte und zu Fuß. Bis zu dem Moment als ich auf der Karte die Herengracht nicht fand. Wir fragten eine Frau wie wir zum Anne Frank Haus kommen. Sie schüttelte den Kopf und sagte, dass wir falsch wären und schickte uns zum Bahnhof zurück. Guter Dinge fragte ich den Tramfahrer wie wir zum Anne Frank Haus kommen. Er sagte, wir können bei ihm einsteigen. Die Haltestelle hört man über die Ansage. Bei jedem Halt hörten wir gespannt auf die Ansage. Wir stellten fest, dass es doch sehr weit weg ist. Auch die Umgebung kam uns etwas suspekt vor. Wir fragten noch einmal nach, wann wir denn da sind. Der Schaffner sagte nur kurz: Da sind wir schon lange vorbei und wir stiegen aus.
Neben mir hielt die Tram mit der Nummer 13. Die Tramfahrerin, eine kleine dunkelhäutige Frau, fragte wo ich hin möchte. Ich klagte ihr mein Leid. Sie sagte: Setzt euch hier rein. Schatz, ich bring dich zum Anne Frank Haus. Sie wollte auch nicht, dass ich noch einmal bezahle. Sie fragte wo wir her sind. Sie war sehr begeistert als sie hörte dass wir Limburger sind. Auch ein Fahrgast stieg in unsere Unterhaltung mit ein. Es war eine richtige nette Runde, schade dass wir schon Aussteigen mussten. Sie klärte uns noch auf, dass die Ansage nicht Anne Frank Haus sagt, sondern Westermarkt. Beim Anne Frank Haus war eine ganz lange Menschenschlange. Wir fanden es aber nicht schlimm. Eine Besichtigung von außen ist auch in Ordnung. Man muss ja auch nicht überall rein. Wir machten hier eine interessante Entdeckung. Die Herengracht auf der wir zu Beginn unserer Route waren, lag nur zwei Straßen hinter dem Anne Frank Haus.
Das Rijksmuseum entschädigte uns für manches Ärgernis. Wir haben uns länger im Museum aufgehalten wie ursprünglich geplant, da ich mich sehr für Rembrandt interessiere und auch Bücher von seinen Gemälden habe. Der absolute Höhepunkt: Die Nachtwache.
Auf Nathalies Wunsch ging es im Anschluss zum Waterloo-Plein. Ein Flohmarkt der anderen Art. Nicht nur Gebrauchte, auch neue Ware war zu kaufen. Nathalie ist der absolute Oversize-Fan. Hier war alles voll davon. Am liebsten wäre sie gar nicht mehr weg gegangen. Des Weiteren stand das Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaud auf unserer Besichtigungstour. Auf dem Weg zurück kamen wir am Rotlichtviertel vorbei. Was ich schon eher sah, sprach Nathalie mit entsetztem Gesicht aus: Die Frauen hinter den Fenstern sind ja noch Mädchen. Erschreckend und beklemmend.
Nathalie fand das Wachsfigurenkabinett am interessantesten. Die Figuren sind dem Original lebensecht nachgearbeitet. Einfach toll.

Zum Abschluss lud ich meine Tochter zum Essen ein. Sie suchte sich das Sea Palace aus. Es ist das einzigste schwimmende Restaurant, das am Oosterdok vor Anker liegt. Wir saßen kaputt aber zufrieden bei unserer Reistafel.

Amsterdam hat noch viel mehr zu bieten. Man schafft es aber nicht an einem Tag. Neben dem Rijksmuseum liegt das van Gogh Museum. Eine Rathausbesichtigung würde sich bestimmt auch lohnen. Es gibt so vieles. Am besten macht man sich schon zuhause einen Plan. Einfach nur darauf los laufen ist fast nicht möglich.

Auf der Rückfahrt lag eine holländische Zeitung im Abteil. Ich freute mich besonders beim Fußball etwas von unserem Schönauer Jogi zu lesen: De Duitse Joachim Löw blijft standvastig. Metzelder en Kuranyi krijgen vanavond geen vrij van de wedstrijd tegen Denemarken. De twee wilden uitkomen voor hun clubs.

Fotogalerie Madame Tussaud

Nathalies Schäferstündchen mit Robie Williams
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