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Dienstag24.03.2020
Heute war ich wieder unterwegs. Ihr habt mir so viele gute Sachen vor die Türe gestellt.
Mein Weg führte mich zuerst nach Geilenkirchen. Hier habe ich eine ganz besondere Herzensangelegenheit. Ein älterer Herr. Er lebt schon lange auf der Straße. Ich wusste aber wo er zu finden ist. Er hat sich sehr über die Lebensmittel gefreut die ich ihm brachte.
Mein Weg führte mich weiter in eine andere Richtung, etwas weiter weg. Hier habe ich Siggi gefunden. Er kam oft zu uns in das Lager. Ich hatte auch einen Aufruf für ein paar Schuhe gemacht. Er kam aber einige Zeit nicht mehr. Wir machten uns alle Sorgen um ihn. Denn er ist so ein lieber und freundlicher Mensch. Er kommt sonst immer einen Kaffee bei uns trinken. Es war purer Zufall dass wir uns über den Weg gelaufen sind. Ich habe mich unglaublich gefreut. Denn ich fahre jetzt schon seit längerer Zeit seine Schuhe spazieren. Immer in der Hoffnung ihn zu treffen.
Ich fragte ihn wo er denn so lange war und das wir uns Sorgen machten. Er konnte so schlecht laufen und der Weg nach Übach war zu lange. Geld für den Bus hatte er nicht. Ich habe ihm gesagt dass er das nächste Mal ein Taxi nehmen soll. Ich werde die Rechnung persönlich bezahlen aus meinem privaten Portmonee. (Denn wie soll der Verein das dem Finanzamt erklären wenn es über den Verein läuft). Ich habe ihm Lebensmittel gegeben. Da sagt er doch zu mir: Sie müssen mir nicht so viel geben, denn andere Menschen haben doch auch Hunger. (Er siezt mich immer noch. Obwohl ich ihm schon tausend Mal das Du angeboten habe. Aber so ist Siggi, immer höflich.) Ich holte noch eine Tüte raus. Zwei Paar Schuhe. Ich sagte dass er jetzt ein Paar mehr hat zum Wechseln. Ich habe ihm noch erklärt dass die roten von dem Boxer Daniel Bulabula kommen. Der die Europameisterschaft gewonnen hat. Das war dann doch zu viel für ihn. Er hat alles sehr schnell eingepackt und drehte sich um. Schade dass wir gerade jetzt Abstand von den Menschen nehmen müssen die unsere Nähe brauchen. Ich hätte ihn gerne in den Arm genommen.
Natürlich habe ich noch eine andere Stelle angefahren und Lebensmittel mit Tierfutter abgegeben. Ich soll allen Spendern ein ganz dickes Dankeschön ausrichten. Ohne euch wäre die Welt ein bisschen kälter. Wir können nicht die ganze Welt retten. Aber ein bisschen Wärme geben.